Unterbrechungsfreie Stromversorgung: Einbinden einer APC BE700G-GR in ein Netzwerk mit Linux-Clients

Kennen Sie das? Selbst kleinere Stromschwankungen und kurze Stromausfälle können gerade bei Linux-basierten Rechnern/Servern gravierende Auswirkungen im Dateisystem haben. Gerade dann, wenn das Gerät zum Zeitpunkt des Stromausfalls im Dateisystem geschrieben hat. Dies kann bis dahin gehen, dass der Server oder Rechner danach nicht mehr bootet oder Schäden am Dateisystem bemängelt, die nur mit hohem manuellen Aufwand behebbar sind.

Eine sichere Lösung für das Absichern von Servern im Heimnetzwerkbereich ist die Anschaffung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung.

In meinem konkreten Falle habe ich mich für die Anschaffung einer APC BE700G-GR entschieden. Diese bietet mir die Möglichkeit meine Rechner und Geräte  über einen Zeitraum von ca. 20 Minuten zu überbrücken und danach gezielt die Server herunterzufahren, sollte der Stromausfall länger als 20 Minuten andauern.

APC Power-Saving Back-UPS ES 8 Outlet 700VA 230V CEE 7/7
APC Power-Saving Back-UPS ES 8 Outlet 700VA 230V CEE 7/7, Bildquelle: APC, IT Business Media Portal, http://www.apcmedia.com/prod_image_library/index.cfm?search_item=BE700G-GR#, abgerufen am 10.11.2014

 

Konkret sichere ich mit dieser USV folgende Geräte ab:

  • 2 Fritz!Boxen
  • 1 Netgear Switch mit PoE
  • 5 Raspberry Pi
  • 1 Banana Pi

In diesem Artikel möchte ich nun beschreiben, wie man recht einfach seine Linux-basierten Server an die USV anbindet. Dazu werden wir apcupsd (http://www.apcupsd.com/) verwenden.

Da ich vor allem Debian auf meinen Servern verwende beziehen sich die nachfolgenden Schritte auf dieses System.

Schritt 1: Verkabeln Sie die USV …

…wie im Handbuch angegeben und mit dem mitgelieferten Kabel an einen freien USB-Port ihres Linux-Rechners. Anbei sieht man die seitliche Ansicht der USV an der man das USB-Kabel am Anschluss „Data Port“ anbringt.

_resource_images_salestools_500_Miscellaneous_8FF4E83F070F84928525761F0048C8F7_MMAE_7VBHRP_misc_h_500x500
Seitenansicht APC Power-Saving Back-UPS ES 8 Outlet 700VA 230V CEE 7/7, Bildquelle: APC, IT Business Media Portal, http://www.apcmedia.com/prod_image_library/index.cfm?search_item=BE700G-GR#, abgerufen am 10.11.2014

Danach kann man mit nachfolgenden Befehl überprüfen, ob das Anschließen soweit geklappt hat. Dazu sollte die USV bereits mit Strom versorgt und eingeschaltet sein, sonst sieht man hier gar nix.

sudo lsusb

In der Ausgabe des Befehls sollte man erkennen können, dass hier eine USV von „American Power Conversion“ am werkeln ist.

Schritt 2: Installieren von apcupsd

sudo aptitude update && sudo aptitude upgrade
sudo aptitude install apcupsd

Schritt 3: Konfigurieren des „Masters“ (also derjenige Rechner, an dem die USV direkt per USB-Kabel angeschlossen ist)

sudo nano /etc/default/apcupsd

Dort ändern wir den Eintrag ISCONFIGURED auf:

ISCONFIGURED=yes

und die nachfolgenden Einträge in der /etc/apcupsd/apcupsd.conf auf die folgenden Werte:

sudo nano /etc/apcupsd/apcupsd.conf

UPSCABLE usb
UPSTYPE usb
DEVICE
BATTERYLEVEL 5
MINUTES 3
NETSERVER on
NISIP 0.0.0.0
NISPORT 3551

Danach starten wir den UPS-Daemon:

sudo /etc/init.d/apcupsd start

Schritt 4: Konfigurieren der USV-Slaves (also derjenigen Rechner, die nicht direkt mit der USV verbunden sind, die aber trotzdem heruntergefahren werden sollen, wenn es auf der USV knapp wird)

sudo nano /etc/default/apcupsd

Dort ändern wir den Eintrag ISCONFIGURED auf:

ISCONFIGURED=yes

und die nachfolgenden Einträge in der /etc/apcupsd/apcupsd.conf auf die folgenden Werte:

sudo nano /etc/apcupsd/apcupsd.conf

UPSCABLE ether
UPSTYPE net
DEVICE <IP-Adresse des USV-Masters>:3551
BATTERYLEVEL 10
MINUTES 6
NETSERVER on
NISIP 0.0.0.0
NISPORT 3551

Danach starten wir den UPS-Daemon:

sudo /etc/init.d/apcupsd start

Schritt 5: Nachkontrolle und Status

Mit dem nachfolgenden Befehl bekommen Sie den Status der APC USV angezeigt:

sudo apcaccess status

 

 

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